Sexualisierte Gewalt: Kinder und Jugendliche schützen

Um die Arbeit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt sowie vor Vernachlässigung und Missbrauch auf eine fundierte Basis stellen zu können, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2011 rund 63 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und ist auf dem Weg, eine auch international sichtbare Forschungslandschaft aufzubauen, aus der wirkungsvolle Beiträge für die Praxis hervorgehen sollen.

Psychische Folgen in Folge von Gewalterfahrungen und sexuellem Missbrauch

Bearbeitung Petra Eichler Zimmer 5B32 Telefon 030 90227 5723 Zentrale intern 030 90227 50 50  9227

Landesjugendhilfeausschuss

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Bernhard-Weiß-Str. 6 10178 Berlin                                                                                                                                        Telefon (Zentrale): (030) 90227-5050

Stadtplan  

Berliner Notdienst Kinderschutz MindenerStraße14 10589 Berlin Telefon: 030 61 00 69 56 (Fachstelle BNK) Telefax: 030 61 00 999

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Liga der freien Wohlfahrtspflege Federführender Verband 2018/2019

Der Paritätische Landesverband Brandenburg e.V. Tornowstraße 48 | 14473 PotsdamTelefon 0331 28497-63 Telefax 0331 284 97-30

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Berliner Vertragskommission Jugendhilfe

Mariendorferdamm 38 12109 Berlin Telefon : 030/ 61076646  Telefax : 030/ 61073509                                                                                                                                                                                                                                     -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Rechnungshof von Berlin

Alt-Moabit 101 c/d 10559 Berlin Telefon : (030) 88613-0  Telefax :(030) 88613-120                                          ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Definition „Kindeswohlgefährdung“

Eine Gefährdung des Kindeswohls liegt dann vor, wenn die begründete Besorgnis besteht, dass bei Nichteingreifen das Wohl des Kindes beeinträchtigt wird oder eine gegenwärtige, in einem solchen Maße vorhandene Gefahr besteht, dass sich bei der weiteren Entwicklung des Kindes eine erhebliche Schädi-gung mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt. Dabei entsteht die begründete Besorgnis in aller Regel aus Vorfällen in der Vergangenheit. Aufgrund des gesamten Verhaltens des Sorgeberechtigten muss Anlass zur Besorgnis bestehen. Die zu besorgende erhebliche Schädigung, die mit ziemlicher Sicherheit vorauszusehen sein muss, macht es erforderlich, in dem konkreten Fall das Kindeswohl zu definieren“.

Das heißt, eine Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn Kinder in ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen Entwicklung gegenwärtig gefährdet sind bzw. wenn Verletzungen und Schädigungen des Kin-deswohls bereits eingetreten sind und die schädigenden Einflüsse fortdauern. Dies kann insbesondere angenommen werden, wenn die Grundbedürfnisse2 des Kindes in einem erheblichen Umfang vernachläs-sigt werden durch elterliches Fehlverhalten bzw. Unterlassen angemessener Fürsorge oder durch das Verhalten Dritter. Dies stellt sich dar als Vernachlässigung (schuldhaftes oder schuldloses Unterlassen), Missbrauch des Sorgerechts (schuldhaftes oder schuldloses Handeln der Eltern) oder wenn die Eltern nicht bereit oder nicht in der Lage sind, ein kindesgefährdendes Verhalten Dritter wirksam zu unterbinden.
Die nachfolgend aufgeführten Anzeichen sind beispielhaft für die Bewertung und nicht abschließend oder generell gültig. Es ist immer die konkrete Situation des Einzelfalls und die altersspezifische Entwick-lung des Kindes/Jugendlichen zu berücksichtigen.

Vernachlässigung

des körperlichen Wohls – durch mangelhafte Versorgung und Pflege, wie unzureichender Ernährung, Pflege, Gesundheitsfürsorge, Unterlassen ärztlicher Behandlung oder unzureichender Schutz vor Risiken und Gefahren des seelischen und geistigen Wohls – durch ein unzureichendes oder ständig wechselndes und dadurch nicht verlässliches, tragfähiges emotionales Beziehungsangebot, Mangel an Aufmerksamkeit und emotio-naler Zuwendung, Nichteingehen auf Bedürfnisse des Kindes, Unterlassen einer angemessenen alters- und entwicklungsgerechten Betreuung, Erziehung und Förderung, u.a. auch das Desinteresse der Eltern am regelmäßigen Schulbesuch des Kindes

Misshandlung

körperliche Misshandlung – durch direkte Gewalteinwirkung auf das Kind, wobei die Mehrzahl der körperlichen Misshandlungen sichtbare Spuren auf der Haut hinterlässt, insbesondere Schlagen, Treten, Schütteln, Verbrennen, Würgen, Verätzen, Stichverletzungen zufügen, der Kälte aussetzen etc.
psychische Misshandlung – durch Zurückweisung, Ablehnung und Herabsetzung des Kindes; Überforde-rung durch unangemessene Erwartungen, soziale Isolierung, Einschüchterung, Ängstigung des Kindes durch Drohungen, symbiotische Bindung des Kindes durch einen Elternteil

Häusliche Gewalt

durch Gewaltstraftaten zwischen Erwachsenen, die in einer partnerschaftlichen oder verwandtschaftlichen Beziehung zueinander stehen oder standen. Das Miterleben der Gewalt gefährdet eine gesunde seelische Entwicklung, beeinträchtigt die Beziehungsfähigkeit und kann Traumatisierungen auslösen

Sexueller Missbrauch

durch sexuelle Handlungen mit Körperkontakt, Vorzeigen pornografischen Materials durch eine erwach-sene oder wesentlich ältere jugendliche Person, oft unter Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen.
1 Vgl. OLG Köln Senat für Familiensachen, Beschluss vom 30. September 2003, Az: 4UF 158.

Befugnisse und Verpflichtungen des Öffentlichen Jugendhilfeträgers:

Befugnisse sind:
A) Befugnis zur vorläufigen Unterbringung
B)Befugnis zur Wegnahme des Kindes oder des/der Jugendlichen, auch von den Personensorgeberechtigten
C)Befugnis zur rechtlichen Vertretung des Kindes oder des/der Jugendlichen (auch zur ärztlichen Behandlung)

Verpflichtungen sind:
A)Schutzgewährung für das Kind /Jugendliche(n) (inklusive Unterhalt und Krankenhilfe)
B)Situationsklärung; Beratung und Unterstützung und Risikoabschätzung mit dem Kind oder der/dem Jugendlichen
C)Benachrichtigung einer Vertrauensperson des Kindes oder der/des Jugendlichen
D)Information der Personensorgeberechtigten
E)gemeinsame Risikoeinschätzung mit den Personensorgeberechtigten
F)Berücksichtigung des mutmaßlichen Willens der Personensorgeberechtigte(n)
G)Einleitung eines unverzüglichen Clearings / Hilfeplanverfahrens oder Einleitung anderer Hilfen
H)Einbeziehen (Amtshilfe) befugter Institutionen (Polizei) bei der Anwendung unmittelbaren Zwanges

 

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2 Gedanken zu „Sexualisierte Gewalt: Kinder und Jugendliche schützen

  1. Guten Abend .Ich wollte auch meinen Kommentar abgeben..
    Familie Kuhnert dankt Euch von ganzen ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️! Unglaublich wie Fr.Sahr uns 2017 /2018 dort im Jugendamt dort vertreten hat.

    Liebe Grüße aus Pankow
    J.Kunhnert und Family 🍀❤️

    Gefällt 1 Person

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